Erfahrungsbericht iBooks Author

Ich hatte vor ein paar Tagen endlich die Zeit das Programm iBooks Author von Apple auszuprobieren und einen Test gemacht, wie schnell man als Autor(in) einen fertigen Text in das neue Format überführen kann.

Was mit “fertigem Text” gemeint ist, plus einer Richtigstellung der kursierenden Gerüchte, ist im Beitrag IMHO (Unbegründete) Aufregung um Apples iBooks Author beschrieben. Nun zum handwerklichen Teil.

Der Text lag, fertig lektoriert, als so genannter Plain-Text vor, hatte also keinerlei Formatierungen. (Ich schreibe alle meine Texte auf diese Weise, da ich sie so relativ einfach in das vom Verlag gewünschte Format überführen kann.) Da es sich um ein Sachbuch mit sehr flachen Strukturen handelte, nur Kapitel, keine Abschnitte, keine Abbildungen, habe ich die Vorlage “Basic” in iBooks Author benutzt.

Wie alle Vorlagen enthält auch diese nach dem Auswählen ein Kapitel welches eine Section (Abschnitt) enthält. Da ich diese feinere Unterteilung nicht benötigte, habe ich die vorgeschlagenen Seiten – bis auf die Kapitelseite – einfach gelöscht und durch eine Standardseite (über den Button “+”) ersetzt. Danach habe ich den Text kapitelweise einfach in die Standardseite kopiert (wenn der Platz nicht ausreicht, fügt das Programm dem Kapitel einfach weitere Seiten hinzu).

Dieser Vorgang (Kapitel hinzufügen, Text einsetzten, und wieder von vorne) hat für die 17 Kapitel des Buches ungefähr 45 Minuten in Anspruch genommen. Danach habe ich noch weitere 45 Minuten für das “fine-tuning” gebraucht (Textauszeichnungen, Kapitelüberschriften auf die Kapitelseite verschieben). Aus Interesse habe ich danach noch die Kapitelseiten mit Bildern versehen.

Mit dem Ergebnis auf dem iPad war ich sehr zufrieden.

Pro:

  • Mein Experiment hat gezeigt, dass sich auch Bücher mit einfacheren Strukturen mühelos mit iBooks Author erstellen lassen.
  • Man sieht bereits beim Erstellen, wie das Buch auf einem iPad aussehen wird.

Con:

  • Das Textbook Format unterstützt, im Gegensatz zu ePubs aus Pages, nicht die Möglichkeit die Schriftgrösse auf dem iPad zu verändern. Es handelt sich also um ein so genanntes “fixed Layout”. Für Romane oder Kurzgeschichten sollte man sich also überlegen, ob ein “normales” ePub nicht die bessere Variante darstellt.
  • Das Programm kann keine automatischen “Drop Caps”, also den ersten Buchstaben über mehrere Zeilen verteilen.
  • Sonst habe ich nichts zu meckern. 😉

Fazit: Wer mit Pages umgehen kann, fühlt sich sofort “daheim”. Für alle anderen dürfte sich die Einarbeitungszeit nur unmassgeblich erhöhen; das Programm ist absolut logisch aufgebaut. Wer ein iPad sein Eigen nennt, sollte iBooks Author unbedingt ausprobieren. Mit dem Programm kann man sich seine eigenen Nachschlagewerke sehr leicht erstellen. Für alle Mitglieder der schreibenden Zunft (also unter anderem für mich 😉 ) bietet sich hier eine sehr interessante Gelegenheit Ideen einfach zu publizieren.

Um eine oft gestellte Frage zu beantworten: Ja, ich arbeite an einer ePub-Version von Mehr machen mit dem Mac für OS X 10.7. Da das Buch aber nur in einer elektronischen Version herauskommen wird, experimentiere ich noch mit verschiedenen Formaten. Die Möglichkeit Videos einzubinden, statt zu versuchen bestimmte Vorgänge im Text zu erklären, ist sehr verlockend. Stay tuned.

Comments

  1. Ich arbeite auch bereits seit der ersten Stunde mit iBook Author. Ich finde es im Prinzip sehr gut. Was mich aber sehr stört ist, dass der Enduser im Gegensatz zum bisherigen ePub-Format keine Texte kopieren kann. Das ist für Lehrunterlagen – zumindest in der Weiterbildung – ein absolutes ko-Kriterium! Die eingebetteten Lernkarten machen ja auch nur wirklich Sinn wenn ich darauf Texte kopieren und Antworten hinterlegen kann. Hier muss Apple nachbessern, sonst wird das in der Weiterbildung nichts mit diesem Format.

    • Erik Keller says:

      Sorry, war unterwegs. Kann ich in gewisser Weise nachvollziehen, aber die Kombination aus Notizen und Highlights reicht mir in den meisten Fällen. Wenn ich etwas für besonders wichtig halte, schicke ich mir die Notizen per E-Mail.

Trackbacks

  1. […] würde, die man am Kindle anschauen könnte. Am einfachsten zu bedienen ist wohl das Apple Programm iBook Author. Was zusätzlich für die Produktion eines iBooks spricht ist, dass man es nicht nur auf dem iPad, […]

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